Laugenstangen glutenfrei

Über ein Jahr ist es jetzt her, als ich mich auf dem Frankfurter Bahnhof Richtung Heimat wiedergefunden habe, mit einem Laugenbrezel in der linken und einer Tüte in der rechten Hand… Migräne – wie so oft. Damals habe ich noch nicht geahnt, dass ausgerechnet mein heißgeliebter Salzbrezel Schuld an der Misere sein könnte und aus dem Grund war das trockene Laugengebäck auch an dem Tag die erste Wahl als Gegenmittel gegen die Übelkeit. Von dem Zeitpunkt ab sollte es aber immerhin nicht mehr lange dauern, bis ich glutenhaltige Lebensmittel im Verdacht hatte als Auslöser für unzählige Symptome. Voller Tatendrang machte ich mich schon bald darauf ans Werk und… fertigte einen steinharten, aber dafür glutenfreien Teig-„Klumpen“ nach dem nächsten. Die Schmerzen lösten sich von heute auf morgen praktisch in Luft auf und unreine Haut war als „Bonbon“ dazu auch kein Thema mehr. Dafür lohnt es sich doch, mal mehr und mal weniger geglückte Werke in sich reinzustopfen (und zugegeben – manche habe ich auch SOFORT in die Mülltonne gedonnert), die zwar schwer im Magen liegen, aber keinen größeren Schaden anrichten. Auch Spaghetti und Co, die bei „normalen“ Menschen doch so beliebt sind, erklärte ich umgehend als Staatsfeind Nummer 1 und machte schweren Herzens einen riesen Bogen um die ganzen leckeren Sachen.

Mittlerweile habe ich den Dreh beim glutenfreien Backen aber immer mehr raus, die Teige werden fluffiger und kommen den „Originalen“ manchmal schon sehr nah oder schmecken sogar noch besser. Von meinen Laugenbrötchen bin nicht nur ich total begeistert, auch die kritischsten Familienmitglieder konnte ich mit meinem ofenfrischen Laugengebäck ohne Gluten voll überzeugen. Probiert es einfach selbst aus, das Rezept wird Euch nicht enttäuschen – versprochen :).

✖︎ ZUTATEN

▶︎ Teig für ca. 8 Laugenbrötchen

335 g Amaranthmehl
165 g Kartoffelstärke
1 TL Chiasamen
2 TL Salz
1 TL Ahorn- oder Dattelsirup
1 Päckchen Trockenhefe
100 ml Sprudelwasser (bei Bedarf noch etwas hinzufügen)
50 ml Mandelmilch
5 g Natron
40 ml Apfelessig

▶︎ Für die Lauge 

1 Liter Wasser
4 EL Natron

✖︎ ZUBEREITUNG

▷ Mehl, Kartoffelstärke, 1 TL Natron und das Salz in eine Schüssel geben und schon mal miteinander vermengen.
▷ Den Ofen auf 50 Grad vorheizen, dann direkt wieder ausschalten und das Sprudelwasser und den Apfelessig/Mandelmilch-Mix jeweils in einem extra Gefäß lauwarm aufwärmen.
▷ Eine kleine Menge von dem warmen Sprudelwasser mit dem Ahornsirup in eine Tasse geben, die Trockenhefe unterrühren und im Backofen ca. 10 Minuten „reagieren“ lassen

▷ Wenn das geklappt hat, werden alle nassen Zutaten in die Mehlschüssel gegeben und miteinander verknetet.
▷ Ich habe die Erfahrung gemacht, dass glutenfreier Hefeteig besser aufgeht, wenn man ihn in einer Plastikschüssel ruhen lässt. Da ich davon aber kein besonders großer Fan bin, lege ich die Schüssel mit einem Stück Backpapier aus, bevor ich den Teig hineingebe und mit einem feutchen Tuch abdecke. An einem warmen Ort lässt man das Ganze erstmal ca. für 1 Stunde in Ruhe, bevor man dann kleine Brötchen/Brezel/Stangen (wie Ihr das am liebsten haben wollt) formt und nochmal für ca. 20-30 Minuten gehen lässt.
▷ Glutenfreier Teig „klebt“ oft viel mehr und das hat mich am Anfang unglaublich viele Nerven gekostet. „Füge einfach mehr Mehl hinzu“-kein guter Tipp, wenn Ihr mich fragt. Was aber super funktioniert, man will es kaum glauben, wenn Ihr Eure Hände/Messer/Löffel, einfach alles, was mit dem Teig in Verbindung kommt, leicht anfeuchtet. Das erleichtert die Arbeit und Ihr habt schlußendlich nicht mehr Teig an den Fingern als in der Schüssel.

Hefeteig glutenfrei

▷ Während der Teig nochmal 20-30 Minuten an einem warmen Ort ruht, wird schon mal die Lauge vorbereitet und der Backofen auf 180° Ober- und Unterhitze vorheizen. Dafür einfach das Wasser zum kochen bringen und 4 EL Natron hinzufügen.
▷ Die Brötchen jeweils für ca. 2 Minuten in den Topf geben, danach abtropfen lassen und auf ein Backblech geben.
▷ Jedes Laugenbrötchen zwei mal einschneiden und für ca. 20 Minuten backen. Ich stelle immer eine Auflaufform mit Wasser in den Ofen. Das verhindert, dass der glutenfreie Teig außen zu hart wird, während er innen noch viel zu „nass“ ist.

▶︎ Ich backe meine Brötchen immer nur für 10 Minuten und friere sie dann ein. So habe auch ich immer mal einen kleinen Vorrat zuhause und muss meine Laugenbrötchen dann einfach nur noch 10 Minuten aufbacken.

glutenfreie Laugenbrezel

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